Rudolf Steiner und der Transhumanismus

   Di., 12. September 2023
   19:00 Uhr

Vortrag von Prof. Dr. Andreas Luckner

Es gibt erstaunliche Parallelen zwischen dem Denken der Technik bei Rudolf Steiner und Martin Heideggers, obwohl es scheinbar keinerlei Rezeption der Anthroposophie bei letzterem gibt. Dennoch kann die Technikphilosophie Heideggers zur Erläuterung der Steinerschen Einsichten in das Wesen der modernen Technik fruchtbar herangezogen werden.

Der Transhumanismus als die Speerspitze des technischen Denkens, das sich auf den Menschen zurückwendet, kann auf dieser Grundlage bestimmt werden als merkwürdige Fortsetzung des Humanismus mit anderen (technologischen) Mitteln, sowie als an sich selbst verzweifelnder Materialismus mit einem fatalen Hang zur Überwindung menschlicher Endlichkeit.

Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen wird, so Rudolf Steiner, für den Rest der Erdenentwicklung ein großes, bedeutsames Problem, ja die größte Herausforderung unserer Zeit sein. Der durch die Maschinentechnik sich ausweitenden “Unternatur” muss zur Bewältigung dieser Herausforderung eine Bewegung in die geistige “Übernatur” des Menschen entgegengesetzt werden.

Andreas Luckner, Prof. Dr., geb. 1962, Studium an der Uni Freiburg und der TU Berlin, Promotion 1992, Habilitation an der Uni Leipzig 2001, seit 2006 Professor für Philosophie an der Universität Stuttgart. Veröffentlichungen u. a.: Genealogie der Zeit. Zu Herkunft und Umfang eines Rätsels, dargestellt an Hegels Phänomenologie des Geistes (Berlin 1994); Klugheit (Berlin/New York 2005); Heidegger und das Denken der Technik, (Bielefeld 2008). Forschungsschwerpunkte: Philosophie der Technik, der Klugheit, der Musik und der Zeit. In Vorbereitung ist ein Buch über den ethischen Individualismus bei Rudolf Steiner.

Eintritt: 15 €, erm. 10 €
Kartenreservierung unter info@rudolf-steiner-haus.de bzw. Tel. 040 – 41 33 16 30

Rudolf Steiner Haus Hamburg

Progamm Januar - März 2024

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